Warum noch mehr Frauen bouldern und klettern sollten

„Jungs klettern auf Bäume und Mädchen spielen mit Puppen“ – so hört man es oftmals schon in der Kindheit. Beim Klettern geht es weiter damit: Witchcraft – eine Kletterroute in der Fränkischen Schweiz sei angeblich „nur“ eine „reine Frauen-Tour“. Auch in Boulderhallen unterscheidet man zwischen einer weiblichen und männlichen Herangehensweise. Wenn es darum geht, Probleme an der Wand zu lösen, gibt es oft die „Frauenvariante“ mit den größeren Griffen. Alles nur Klischees und Vorurteile – nerven sie dich nicht auch?

Klar ist, dass Bouldern und Klettern in seinen Anfängen ein von Männern dominierter Sport war. Frauen, die kletterten, gab es nur wenige und die, die es taten, wurden müde belächelt. Trotz mancherorts noch weit verbreiteter Klischees, sieht das heutzutage glücklicherweise anders aus. Mittlerweile hangeln sich Frauen als Leader die steilsten Big Walls entlang und zeigen, was sie an der Wand drauf haben.

Es sind Frauen wie Anna Wenzel und Melanie (Melle) Beukert, die dazu beigetragen haben, dass sich immer mehr Frauen für das Klettern interessieren. Wir haben die Chance genutzt und die beiden mal persönlich gefragt, warum eigentlich jede Frau bouldern oder klettern sollte:

Sie sind die Initiatorinnen des ersten offiziellen Kletter- und Boulderfestivals für FLINTA*, dem FELSHELD*INNEN FESTIVAL. Ein Ort, an dem sich speziell Frauen innerhalb der Kletterszene miteinander vernetzen, einander motivieren sowie sich über Klettern und Bouldern austauschen können.

Bouldern und Klettern Frauen

Wie seid ihr auf die Idee für das FELSHELD*INNEN FESTIVAL gekommen?

Anna:

Die Idee hatte ich vor etwa zwei Jahren, als ich einen Podcast über das Women’s Bouldering Festival in Fontainebleau gehört habe. Mich hat das Konzept „Einen Tag ausschließlich mit Frauen bouldern und klettern“ sehr angesprochen. Mein erster Gedanke dazu war: „Warum gibt es das noch nicht in Deutschland und speziell in Berlin, wo die Kletterszene so rasant wächst?“

Warum brauchen eurer Meinung nach Frauen ein eigenes Kletter- und Boulderfestival?

Anna:

Obwohl die Indoor-Klettergemeinde in Berlin mittlerweile bereits sehr groß geworden ist und inzwischen fast genauso viele Frauen wie Männer in den Boulder- und Kletterhallen unterwegs sind, glaube ich, dass es vielen Frauen leichter fällt, sich aus ihrer Komfortzone heraus zu bewegen, wenn sie unter sich sind. 

Melle:

Meiner Meinung nach ist es eine Bereicherung, um Frauen unabhängiger und selbstbewusster zu machen. In unserem Programm rund um das Festival gibt es kletterspezifische und experimentelle Workshops zum Thema Bouldern, Seilklettern, Trainings (mental und physisch) und Gesundheit. Das schafft den nötigen Rahmen, in dem sich Frauen ausschließlich auf das Workout konzentrieren und genderspezifische Thematiken ausklammern können.

Bouldern und Klettern Frauen

Warum sollten eurer Meinung nach viel mehr Frauen bouldern oder klettern?

Anna:

Bouldern und Klettern ist für mich persönlich mehr als nur ein Sport. Es ist meine große Leidenschaft. Der soziale Aspekt am Klettern spielt für mich eine große Rolle. Meistens trifft man beim Klettern auf nette, soziale, freundliche und offene Menschen. Dabei ist es sehr leicht, neue Freund:innen zu finden – und das meist von überall her und aus allen sozialen Schichten. Klettern macht Spaß und das gilt für jede:n, Mann und Frau!

Melle: 

Für mich bedeutet Bouldern Stressabbau und ein schneller Energiekick gleichermaßen. In stressigen Zeiten ist Bouldern der perfekte Ausgleich. Klettern ist für mich wie Meditieren in Bewegung. An der Wand oder auch am Fels in der Natur kann ich mich komplett auf mich, meinen Körper und die Bewegungen konzentrieren. Ich denke an nichts anderes, als an den nächsten Griff, den nächsten Tritt, den nächsten Zug. Allein mit meinem Körper eine Wand oder einen Fels erklimmen zu können, ist ein großartig bestärkendes Gefühl. Es aus eigenem Antrieb zu schaffen, stärkt mein Selbstbewusstsein enorm. Ich finde, das sollte anderen Frauen auch zuteilwerden. 

Bouldern und Klettern Frauen

Du siehst: Das weibliche Geschlecht engagiert sich stark im und für den Klettersport und hat in den letzten Jahren in Bezug auf Leistung und Know-how gut aufgeholt. Für euch, Frauen, gibt es also ein paar Gründe mehr, heute Abend in die nächste Boulderhalle zu stürmen. Bouldern macht vom ersten Moment an einfach einen Riesenspaß und ist gleichzeitig ein perfektes Ganzkörpertraining und Oberarmtraining für Frauen. Es ist außerdem das optimale Workout für Körper und Geist. Auch wenn der Muskelkater nach der ersten Kletter-Session enorm sein kann: Die meisten haben soviel Spaß, dass sie wiederkommen und immer besser werden wollen.

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