WORKOUT

Vergiss alles, was du über Barre zu wissen glaubst

Diese Woche waren wir in JOHN & JANE’s SOULBASE, um einen entspannenden Strong Barre-Kurs mit Alex Hipwell auszuprobieren. Es ist unnötig zu erwähnen, dass das reines Wunschdenken war…

Wenn du Berlin satt hast, dann geh zur SOULBASE. Es ist das ultimative Gegenmittel zu  schmutzigen Hinterhöfen, stinkenden U-Bahnen und Graffitie-besprühten Türen der Stadt. Weil JOHN & JANE’s das genaue Gegenteil von all dem sind: Von ersten Moment an, in dem ich den gewebten Teppich betrete und in den weich beleuchteten Empfangsbereich gehe, erfüllt mich ein Gefühl der Ruhe und des Wohlbefindens. Einfach nur hier zu sein, hellt meine Stimmung sofort auf. Ich ahne nur, wie ich mich erst nach meinem Training fühlen werde.

Die SOULBASE wurde erst im Sommer diesen Jahres eröffnet. Ziel war es, den gesundheitsbewussten Berlinern eine Wellness-Oase zu bieten. Ich checke mit meiner Urban Sports Club-App ein, gehe die Treppe hinauf und staune, als ich den Wartebereich vor den Kursräumen sehe. Eiförmige Sessel, auf denen sich weiße Kissen befinden,hängen als Schaukeln von der Decke. Ein geschwungenes Sofa steht in der Ecke mit so unglaublich gemütlichen Kissen, dass ich mich frage, wie ich davon jemals wieder hochkommen soll. Es gibt saubere, flauschige Handtücher, die auf dunklen Mahagonischränken aufgerollt und in Körben gestapelt sind. Dazu gibt es eine Teestation, an der man aromatischen Kamillentee bekommt, der nach purer Entspannung schmeckt.

Die Umkleideräume verdienen eigentlich einen eigenen Blogbeitrag.. Sie sind geräumig und luxuriös mit riesigen Spiegeln. Es gibt einige Schminkspiegel mit professioneller Beleuchtung und Körbe voller Haarspray, Cremes und Deo. Die Duschen wurden, glaube ich, entwickelt, um die Monsunzeit im Amazonas zu simulieren. Um es ganz offen zu sagen: JOHN & JANE’s SOULBASE ist ein Wellnessparadies. Aber lass dich nicht von der entspannten Einrichtung täuschen – die Kurse hier werden dich an deine absoluten Grenzen bringen.

Heute, an einem winterlichen Mittwochnachmittag, bin ich hier, um eine Strong Barre-Klasse mit Alex Hipwell zu besuchen. Wenn du nicht weißt, wer Alex Hipwell ist, stelle ich sie dir kurz vor. Sie ist keine gewöhnliche Fitnesstrainerin. Sie stammt ursprünglich von der australischen Sunshine Coast und hat seit ihrem 14. Lebensjahr auf professionellem Niveau eine Vielzahl an Sportarten trainiert. Sie hat mehrere Iron Woman-Wettbewerbe absolviert, ist ausgebildete Netballerin und arbeitete 14 Jahre lang als professionelle Tänzerin. Mit mehreren Preisen und Trophäen in der Tasche ist sie nun Nike Master Trainerin. Sie entwickelt ihre Kurse selbst und nutzt all ihre Erfahrung und Wissen aus der Welt des Tanzes und des Bodybuildings. Also: Alex Hipwell ist keine gewöhnliche Trainerin. Und heute probiere ich ihre Strong Barre-Klasse aus.

Alex streckt ihren Kopf aus dem Kursraum. “Kommt rein!”, sagt sie. “Schnappt euch jeweils eine Kettlebell und zwei Kurzhanteln.” Etwa 20 Kursteilnehmer, eine gute Mischung aus Männern und Frauen, kommen rein und holen sich ihre Gewichte. Alex steht hüftbreit in der Mitte des Raumes. Sie ist klein, hat blondes, lockiges Haar und haselnussbraune Augen, die direkten Kontakt mit jedem im Raum herstellen. Ihre Präsenz ist kraftvoll, ihr Selbstvertrauen spürbar, was Sinn macht – sie sieht aus, als wäre sie aus Marmor geformt. Das ist eine Frau, die weiß, zu was sie in der Lage ist. Eine, die den größten Teil ihres Lebens damit verbracht hat, herauszufinden, wie es ist, an seine Grenzen zu gehen und dann noch härter zu arbeiten. Und das bedeutet, dass sie auch genau weiß, wozu wir in der Lage sind und sie wird sich nicht mit weniger als 100% unserer Leistung zufrieden geben.

Wir stehen auf unseren Matten neben der Ballettstange, die Gewichte und Kettlebells davor platziert. “Warum habt ihr alle die leichtesten Kettlebells genommen?”, fragt Alex. “Diese Klasse wird dich herausfordern. Und wenn du anfängst zu zittern, ist das gut. Wenn du zitterst, liebe ich dich. Wir beginnen damit, auf dem Rücken zu liegen. Ist das nicht schön?”

Ich bin mir bewusst, dass das nicht so schön sein wird, aber ihr Selbstvertrauen und Humor sind ansteckend. Es ist, als ob sie ihre unerbittliche Energie direkt auf mich überträgt. Wir legen uns auf den Rücken und beginnen mit geführten, tiefen Atemübungen bis hin zum Aufwärmen mit Downward Dog und High Planks. Das Zittern, von dem sie sprach, trat direkt ein. Sie hält uns für eine unverschämt lange Zeit in dieser Position. “Legt nicht eure Knie ab!”, sagt sie. Sie spricht in kurzen, explosiven Sätzen und motiviert mich damit ungemein.

Unsere erste Übung beinhaltet mehrere High Planks. Wir halten sie, bis wir zittern, treten dann mit einem Bein nach hinten und ziehen es anschließend nach vorne zu einem Crunch. Und dann zurück in den Downward Dog. Es ist, und das sage ich nicht so einfach, eine ungeheure Herausforderung. Meine Arme zittern wie verrückt und ein Mann neben mir gibt bedenkliche Geräusche. Ich kann hören, wie Schweiß auf seine Matte tropft. Und das ist erst der Anfang.”Okay, entspannt euch kurz”, sagt Alex und alle brechen mit einem kollektiven Stöhnen zusammen.

Wir greifen unsere Hanteln und geben unseren Bauchmuskeln und Armen eine Pause, indem wir in eine Reihe von tiefen Kniebeugen gehen, kombiniert mit Impulsen und Fersenlifts, die auf die Gesäßmuskeln abzielen – für einen perfekten Hintern. “Ihr werdet nackt alle fantastisch aussehen!”, sagt Alex. Sie hat eine Playlist voll Songs mit passendem Text. In einem Song lautet der Refrain: “Why does it hurt so much?”.

“Okay, greift die Ballettstange”, sagt Alex. “Drückt eure Fersen aneinander als ob sich dazwischen ein 1 Millionen Dollarschein befindet, den ihr nicht verlieren dürft. Lass ihn nicht – ich wiederhole – auf keinen Fall los.” Alex zeigt uns, wie wir unsere Knie beugen, während wir unsere Fersen zusammenhalten. So trainieren wir schwer erreichbare Muskeln in den Beinen. “Jetzt tut so, als würdet ihr auf einem Stuhl sitzen und pulsiert dabei.” Der Mann neben mir sieht aus, als würde er Elektroschocks bekommen. Schweiß strömt über sein Gesicht und er presst seine Zähne so stark zusammen, dass ich überrascht bin, dass sie nicht brechen. Meine Beine brennen. Ich habe mich wirklich noch nie so weit gepusht, dass meine Muskeln so sehr gebrannt haben. Doch das ist die Magie des Barre-Trainings mit Alex Hipwell. Sie wird dich bis an deine Grenzen bringen und dir dann zeigen, wie weit du noch gehen kannst.

Alex führt uns durch Low Lunes, Hip Raises, Bicep Curls und Tricep Extensions. Sie setzt jedes unserer Körperteile in Brand und setzt sie dann, gerade als wir denken, dass es vorbei ist, noch ein wenig mehr unter Feuer. Aber das Beeindruckendste ist, dass alle während des gesamten Kurses ein Lächeln im Gesicht haben.

Als das Cool Down einsetzt, gratuliert uns Alex. “Gut gemacht!”, sagt sie. “Ihr seid fantastisch.” Sie sagt, dass wir ein gutes Barre-Training absolviert haben und dass sie stolz auf uns ist. Sie wusste, dass wir es schaffen. Und da wird es mir bewusst: Was Alex wirklich zu einer bemerkenswerten Trainerin macht ist nicht alleine ihr sportlicher Hintergrund. Sondern, dass sie stärker an uns glaubt, als wir an uns selbst.

Schau dir die Webseite der JOHN & JANE’s SOULBASE an, um eine vollständige Liste der Kurse mit Alex Hipwell und anderen inspirierenden Lehrern zu sehen

Und Urban Sports Club hat zahlreiche Barre-Partner in ganz Europa. Wirf einen Blick auf unsere Webseite, um zu sehen, was in deiner Nähe ist.

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