WORKOUT

Bouldern – Urban Sport of the Week

Boulderklub Kreuzberg

Auch diese Woche hat sich ein Teammitglied des Urban Sports Clubs in die Weiten des Sportangebotes vorgewagt und sich in ein neues Abenteuer gestürzt. Und zwar hat Alice Bouldern ausprobiert, die angesagte Sportart, von der jeder spricht…

Was ist Bouldern?Boulderklub Kreuzberg

Einfach gesagt: Bouldern ist Klettern, nur ohne Seil. Die Wände sind meist nicht höher als fünf Meter und bieten verschiedene Routen oder „Probleme“, die sich in ihrer Schwierigkeit unterscheiden. Du kannst sowohl drinnen als auch draußen bouldern. Aber so wie die meisten den Sport kennen, wird drinnen gebouldert.

Boulderklub Kreuzberg wurde 2015 von Robert Ramirez und Erik Stöpel gegründet. Von zwei Freunden, die schon lange Teil der Berliner Boulder Community waren. Der Standort könnte nicht besser sein: im Herzen Kreuzbergs, neben dem Landwehr Kanal.

Was wird dich erwarten?

Es ist ziemlich leicht zu Beginn direkt am Boulderklub Kreuzberg vorbeizulaufen. Denn versteckt zwischen einem Café und einem Physiotherapeuten liegt der Eingang. Nachdem ich die geräumige Lagerhalle betreten habe stand ich in einem Cafébereich, in dem Leute sich unterhielten und Kaffee tranken, während House-music aus den Lautsprechern ertönte.

Ein freundlicher Mitarbeiter half uns beim Einchecken (ich brachte einen Boulder-Buddy mit) und gab uns Kreide und spezielle Schuhe, die sich anfühlten als wären sie drei Nummern zu klein. Doch wir haben uns rückversichert: Das muss so sein, da unsere Zehen so besser greifen können. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass meine Zehen so etwas jemals vorher machen mussten.

Als wir auf dem Weg zu den Umkleiden waren, konnte ich die Kletterwände sehen, alle mit bunten Griffen und Trittmöglichkeiten. Ich konnte erkennen, wie einige Kletterer die Wände in wahnsinnig schrägen Winkeln erklommen. Gerade erst letzte Woche habe ich es nicht mal geschafft eine Leiter hochzuklettern. Ehrlich gesagt hatte ich keine großen Hoffnungen für meine Boulder-Fähigkeiten.

Wie war das Workout?

Wir wärmten uns mit ein paar Dehnübungen für die Schultern auf und machten Übungen um die Hüfte zu öffnen. Boulderklub Kreuzberg bietet Anfängerkurse an, aber nach ein wenig Recherche entschied ich mich direkt einzutauchen – es sah relativ einfach aus. Außerdem findet man im Internet eine Menge Infos und Tipps für Anfänger.

Die verschiedenen Routen an den Wänden sind durch verschiedene Farben markiert und geben dadurch den Schwierigkeitsgrad an. Es fängt bei Grün (leicht) an und endet bei Rot (schwer). Der Schwierigkeitsgrad berücksichtigt dabei auch die Neigung der Wand. Manche der leichten Routen waren auch am Überhang nahezu parallel zum Boden, was das Ganze, wie du vielleicht erraten kannst, nicht gerade einfach machte.

Wir starteten an einer grünen Route an einer geraden Wand. Auf dem Weg nach oben dürfen nur farblich gleiche Griffe benutzt werden, in diesem Fall also die Grünen. Wenn du es geschafft hast und wieder runter möchtest, darfst du auch alle anderen benutzen. Die Route an sich war einfach, aber als ich an der Spitze angekommen bin, bemerkte ich, dass ich kein Fan großer Höhen bin. Also versuchte ich nicht herunterzublicken, während ich weniger elegant den sicheren Boden ansteuerte.

Besonders der soziale Aspekt beim Bouldern gefällt mir. Als mein Buddy und ich beide anfingen auch schwierigere Routen auszuprobieren, fingen wir direkt an miteinander zu sprechen, um uns gegenseitig zu helfen. Auch andere Boulderer (vielleicht weil sie und als blutige Anfänger erkannt haben) halfen uns, indem sie uns Ratschläge und Tipps oder Techniken beibrachten. Jeder war sehr freundlichen und offen. Das zeigt mir vor allem die Community Seite des Sports.

Schon bald fühlten wir uns sicher genug auch die Routen am Überhang bezwingen zu können. An dem Punkt wurde es zu einem wirklichen Workout: Ich musste meinen kompletten Körper, Finger, Zehen, Arme, Beine und Bauchmuskeln, um die Balance zu halten, anspannen. Dazu ist auch die Logik gefragt, um den besten Weg der Route zu finden. Nach gut einer Stunde fühlte ich mich, als ob mein Gehirn genauso ein Workout gemacht hat wie mein Körper – ein richtiges Erfolgserlebnis.

Wie habe ich mich danach gefühlt?BKK Logo

Ich fühlte mich mental erfrischt und komplett entspannt – Ich habe nicht eine Minute über meine alltäglichen Sorgen nachgedacht, während mein Gehirn komplett auf die bunten Wände fokussiert war. Dazu habe ich mich körperlich ausgepowert gefühlt. Ich musste meinen kompletten Körper einsetzen, um die Balance in der Höhe zu halten und mich selbst nach oben zu bringen. In den Tagen danach bestätigten das auch meine Arme und ich war stolz auf kleine Risse in meinen Händen – wie bei einem richtigen Kletterer.

Vorteile des Boulderns

Es ist wirklich ein Full-Body-Workout, von den Fingern bis zu den Zehen. Dazu nutzt du die Kraft deiner Bauchmuskeln, die dich in Positionen zu bringen, die dein Körper normalerweise nicht einnimmt

Bouldern erhöht deinen Puls, beschleunigt dein Herz-Kreislauf-System und treibt deinen Stoffwechsel an

Es ist ein fantastischer Sport, um dich von Stress zu befreien und ist nahezu meditativ. Du bist währenddessen so abgelenkt, dass du deine Sorgen und alltäglichen Probleme vergisst

Du löst Probleme und trainierst quasi dein Gehirn

Bouldern hat einen tollen Community Aspekt – alle sind kommunikativ und helfen einander mit Tipps und Techniken

Es gibt kein Limit, was du erreichen kannst, da es immer wieder neue Routen gibt. Der USC hat außerdem viele Boulderpartner, die du alle ausprobieren kannst. Wenn du noch mehr Nervenkitzel brauchst kannst du auch nach draußen gehen und mit deinen Freunden im Sommer an der frischen Luft bouldern

Daran solltest du denken

Wasser und eine Ich-schaffe-das-Einstellung. Die meisten Boulder Clubs haben Schuhe und Kreide zum Leihen vor Ort. Viele bouldern in Jeans und T-Shirt, also musst du dir nicht zu viele Gedanken über ein angebrachtes Outfit machen.

 

Mit dem USC kannst du in vielen Kletter- und Boulderhallen in Deutschland dich verausgaben. Welche in deiner Stadt sind, findest du hier.

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