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Eine Geschichte darüber, wie eine positive Lebenseinstellung unbesiegbar macht

Einen Sixpack zu bekommen oder Medaillen zu gewinnen, ist nicht das oberste Ziel der USC-Community – wir wollen lieber einen aktiven, ausgewogenen und gesunden Lebensstil leben und immer wieder neue Dinge ausprobieren. Und niemand verkörpert diese Lebenseinstellung besser als Christina Wechsel mit ihrer erstaunlichen und inspirierende Lebensgeschichte.

Christina macht viele Sportarten: Sie ist Kletterin, Taucherin, Schwimmerin, Heilpraktikerin, Geschäftsinhaberin und Speaker. Aber nachdem ich mich eine Stunde lang mit ihr unterhalten habe, fällt mir nur ein Wort ein, das sie am besten beschreibt: inspirierend. Und ihre unglaubliche Geschichte beginnt im Badezimmer einer ihrer besten Freunde…

Alles innerhalb eines Jahres

Christina und ich sprechen via Skype und ihre Positivität strahlt selbst durch den Computerbildschirm hindurch. Sie hat eine klare Stimme und ihre blauen Augen leuchten, als sie ihre unglaubliche Geschichte erzählt. „Alles begann, als ich 19 Jahre alt war. Ich war auf der Party eines Freundes und fand dieses schöne japanische Sprichwort auf dem Badezimmerspiegel. ‚Schicke dein Kind auf Reisen. Denn das sind die besten Erfahrungen, die du im Leben machen kannst.‘ Und von diesem Moment an träumte ich davon, um die Welt zu reisen.“

Christina zog nach Zürich, um genug Geld zu verdienen, um sich ihren Traum zu erfüllen. „Ich hatte die Zeit meines Lebens. Ich feierte, als gäbe es kein Morgen und lernte viele Menschen. kennen“ Während dieser Zeit erhielt sie dann plötzlich einen Anruf von ihrem Vater – bei ihrer Mutter wurde Krebs diagnostiziert. „Meine Mutter war meine Seelenverwandte. Sie war die Mentorin meines Lebens und meine beste Freundin. Wir standen uns sehr nahe“, sagt Christina. Sechs Monate später rief Christinas Mutter an und gibt Entwarnung. „Sie sagte mir: ‚Jetzt kannst du deine Weltreise planen.‘ Also buchte ich Tickets für meine Reise und kündigte meinen Job.“ Aber ein paar Wochen vor dem Flug nach Vietnam rief Christinas Vater wieder an. Der Krebs war wieder da. „Sie starb ein paar Wochen später“, sagt Christina. „Ich konnte es nicht verkraften. Für die ganze Familie war es ein Alptraum.“

Um besser mit ihrer Trauer umgehen zu können und sich ihrer Mutter näher zu fühlen, las Christina das Lieblingsbuch ihrer Mutter – der Alchemist von Paulo Coelho. „Dieses Buch erinnerte mich daran, dass meine Mutter nichts glücklicher machen würde, als dass ich mir meinen Traum erfülle. Also buchte ich einen Flug nach Sydney und flog sechs Monate nach ihrem Tod nach Australien.“

Das war 2007. Christina reiste mit zwei ihrer besten Freunde durch Australien und Neuseeland, als sie sich mit einer jungen Backpackerin zusammenschlossen, die die gleiche Route vor sich hatte. Die vier mieteten ein Auto, um mit der jungen Backpackerin am Steuer nach Uluru zu fahren. „Auf unserem Weg, mitten im Nirgendwo, verlor sie die Kontrolle über das Fahrzeug“, sagt Christina. „Wir wissen immer noch nicht, warum oder was passiert ist – ich kann mich nicht daran erinnern – aber wir haben uns fünf- oder sechsmal überschlagen. Es war ein sehr schwerer Unfall. Ronnie, meine beste Freundin, die vor mir saß, war sofort tot.“

Da sie so weit abgelegen waren, dauerte es 12 Stunden, bis die drei Überlebenden ins Krankenhaus kamen. „Ich habe mit lebensbedrohlichen Verletzungen überlebt“, erklärt Christina. „Ich hatte eine kollabierte Lunge, Darmverletzungen, Knochenbrüche.“ Christina und die Ärzte kämpften darum, um ihr linkes Bein zu retten, aber sie bekam eine Sepsis, was zu einem Multiorganversagen führte. Ihnen blieb keine andere Wahl, als unterhalb des linken Knies zu amputieren.

Christina sagt, dass das Schlimmste die Phantomschmerzen waren. „Ich kann nicht einmal darüber nachdenken, wie es sich anfühlte. Ich verbrachte etwa sieben Wochen auf der Intensivstation, bis die Versicherung beschloss, mich in ein Traumazentrum in Deutschland zu transportieren. Dann begann die Rehabilitation.“

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Der Wendepunkt

Innerhalb eines Jahres und im Alter von 25 Jahren hatte Christina ihre Mutter, ihre beste Freundin und ihr Bein verloren. Sie hatte so viele Fragen. „Warum ich? Warum ist mir nach dem Tod meiner Mutter auch noch so etwas passiert? Warum genau dann, als ich meinen Traum vom Reisen erfüllen wollte?“ Und eine große Frage, die sie hatte, war, ob sie jemals wieder ihren geliebten Sport ausüben konnte. Als Kind liebte Christina Sport und war selbst Captain des Tennisteams und spielte Turniere in ganz Deutschland. Sie ist in München aufgewachsen und verbrachte daher einen Großteil ihrer Kindheit mit Wandern und Skifahren in den Alpen.

Eines Tages, als sie in ihrem Bett im Traumazentrum lag und auf die schönen Berge blickte, kam Christina zu einer aufschlussreichen Erkenntnis. „Mir wurde klar, dass ich immer eine Wahl habe. Ich kann nicht kontrollieren, was im Leben passiert, aber ich kann entscheiden, wie ich mit einer Situation umgehe. An diesem Punkt begann ich meine Denkweise zu ändern.“

Als Christinas Narben verheilt waren, wurde ihr klar, dass sie das Geschehene nicht ändern konnte. „Ich hatte mein Bein verloren und konnte das nicht rückgängig machen. Doch ich konnte meine Einstellung dazu ändern. Wenn ich loslassen und akzeptieren kann, dann gebe ich mir automatisch die Chance, dass sich neue Dinge entwickeln. Und zu der Zeit bekam ich etwas Neues – mein neues Bein.“

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Sobald Christina in ihre Beinprothese trat, fühlte sie sich unaufhaltsam. „Ich wollte genau wissen, was alles mit dieser Beinprothese möglich ist. Ich habe zu meinem Arzt gesagt, dass ich wandern und Skifahren möchte. Ich will wieder Tennis spielen können und sie soll wasserdicht sein, weil ich in Australien mit Wakeboarding angefangen habe.“ Die Ärzte sagten ihr, sie solle es langsam angehen und mit dem Schwimmen beginnen, da es die Gelenke schont. Nur sechs Monate nach dem Unfall begann Christina zu schwimmen und es dauerte nicht lange, bis sich das zu ihrer Leidenschaft entwickelte.

Zu dieser Zeit ist auch etwas anderes passiert. Christina war auf dem Oktoberfest, als sie ihren Mann traf. „Er ist der großartigste Kletterer, den ich je getroffen habe“, sagt sie. „Er ist süchtig nach Adrenalin. Er geht auch Paragliding und Drachenfliegen, aber seine wirkliche Leidenschaft ist das Klettern.“ Eines Tages ging Christina mit ihrem Mann mit, um zuzusehen, wie er die Berge hochkletterte. Um seine Kletterroute zu erreichen, mussten sie einen steilen, felsigen Weg zurücklegen. „Ich sagte: ‚Was glaubst du, wie ich das schaffen soll? Das ist nicht möglich! Sieh mich an! Sieh dir mein Bein an! Wie komme ich wieder runter?‘“

Und er sagte: „Hmm… Ich weiß nicht. Warum benutzt du nicht deine Krücken?“ Und das habe ich getan. Ich versuchte es mit meinen Krücken und es hat funktioniert. Also begann ich sechs Monate nach meinem Unfall auch mit dem Klettern.“

Das Klettern hat viel zu ihrem Selbstwertgefühl beigetragen und zwei Jahre nach ihrem Unfall schwamm Christina durch den Züricher See. „Es waren nur 1,5 km – aber es geht nicht darum einen Sixpack zu haben oder superschnell zu sein. Es geht um die Erfahrung. Es geht darum, es überhaupt zu wagen. Und dieses Gefühl, als ich mit nur einem Bein auf die andere Seite des Sees ankam – ich war so stolz, dass ich zu weinen anfing. Und ich wusste, dass meine Mutter auch sehr stolz auf mich war. Wo auch immer sie war. Sie ist immer noch bei mir. Sie lebt in meinem Herzen weiter.“

Seitdem hat Christina auch herausgefunden, dass sie sogar Skifahren kann. „Ich habe gelernt, dass es nicht schlimm ist, hinzufallen. Das Wichtigste ist, immer wieder aufzustehen und für seine Träume zu kämpfen.“ Deshalb geht sie auch regelmäßig tauchen. „Es gibt für jedes Problem eine Lösung. Ich liebe Tauchen und habe meinen ersten Open Water-Kurs in Thailand gemacht. Ich bin bisher in Mexiko, Belize, Südafrika, Thailand und Ägypten getaucht.“

Zukunftsvisionen

Während ihres Krankenhausaufenthaltes gaben die Ärzte Christina einen Medikamentencocktail, der ihre Phantomschmerzen lindern sollte. „Ich habe alles versucht“, sagt sie. „Aber nichts hat wirklich geholfen.“ Christinas Mutter kannte sich mit Naturheilkunde aus, sodass Christina auch etwas über alternative Heilmethoden wusste. „Ich habe Energiemedizin ausprobiert und es hat mir geholfen. Das ist so unglaublich – wie man etwas heilen kann, dass es gar nicht gibt? Der Schmerz war nur in meinem Kopf.“ Nach dieser Offenbarung machte Christina eine Naturheilkunde-Ausbildung und hat danach ihre eigene Praxis in München eröffnet. „Jetzt brauche ich überhaupt keine Schmerzmittel mehr. Ich habe immer noch kleine Attacken, aber es ist überschaubar. Ich habe die ganze Nacht über keine Schmerzen mehr.“

Seit dem Unfall hat sich Christina viele ihrer lebenslangen Träume erfüllt, reiste in 19 Länder und arbeitet für Dinge, an die sie wirklich glaubt. „Es ist so wichtig, dass man im Leben Träume hat und sich darauf konzentriert. Das Leben ist so kurz – in einer Sekunde kann sich alles ändern. Aber niemand kann mir jemals meine Denkweise amputieren oder das Gefühl zerstören, das ich habe, wenn ich meine Träume lebe. Und niemand kann mir jemals meine positive Lebenseinstellung wegnehmen.“

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Christina ist eine Keynote Speakerin, Naturheilpraktikerin, Kletterin, Taucherin, Skifahrerin und eine große Inspiration. Um ihre erstaunliche Reise auf dem Laufenden zu bleiben, folge ihr auf Instagram.

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