Sport und Umwelt: Wie du nachhaltig trainierst

In vielen Bereichen des täglichen Lebens beschäftigen wir uns längst mit den wichtigen Fragen der Nachhaltigkeit. Ob Bio-Tomaten im Supermarkt um die Ecke oder das Vermeiden von überflüssigen Plastikverpackungen. Wie wichtig es ist, Umweltschutz nicht nur als Herausforderung, sondern vor allem als Chance zu betrachten, unseren Planeten zukunftsfähig zu gestalten, ist in den meisten Köpfen längst angekommen.

Wenn du, genauso wie wir, zu den 15 Millionen Sportlern gehörst, die auch gerne klettern, surfen, Kanu fahren oder auf dem SUP-Board unterwegs sind, dann fragst du dich bestimmt auch, wie die beiden Themen Sport und Nachhaltigkeit zusammenpassen.

Wenn dein T-Shirt aus Bio-Baumwolle ist und dein Kaffee fair gehandelt wurde, dann kann doch auch dein Training nachhaltig sein! Wie? Darüber sprechen wir im Interview mit Enrique Zaragoza, Referent für Sport und Nachhaltigkeit und Gründer von NachhaltigerSport.com.

Weil viele innerhalb der Fitnessbranche noch nicht genau wissen, was sie konkret für eine nachhaltigere Gesellschaft tun können oder es ihnen aber auch an Motivation fehlt, leistet sein Blog einen wichtigen Beitrag, ein Bewusstsein für bestehende Probleme zu schaffen und umsetzbare Handlungsempfehlungen zu formulieren.

„Heutzutage reicht es nicht mehr, nicht negativ zu beeinflussen, wir brauchen konkrete und mutige Schritte, um die nachhaltigen UN-Entwicklungsziele der Agenda 2030 zu erreichen“, unterstreicht Enrique die Relevanz seiner Mission.

Nachhaltigkeit beginnt noch vor dem Sport

Egal, welchen Sport du treibst: Man kann fast jeden Sport nachhaltiger machen. Zum Beispiel vor dem Sport und nach dem Sport: Wie man sein Training beginnt oder beendet, kann einen großen Einfluss auf unsere Umwelt haben.

Wer mit dem Auto zum Fitnessstudio fährt oder gar mit dem Flieger zum Yoga-Wochenende nach Italien, produziert deutlich mehr CO² als jemand, der dafür den Bus nimmt.

Wenn man sogar auf das Rad umsteigt oder Sport direkt im Park um die Ecke macht und hinlaufen kann, dann hat man nicht nur der Umwelt etwas Gutes getan, sondern sich auch das Warm-up gespart. Auch ein Training zu Hause, wie zum Beispiel Yoga im eigenen Wohnzimmer, spart Fahrtwege ein.

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Nachhaltige Kleidung muss nicht teuer sein

Jedes Jahr gibt es neue, bessere, schnellere Schuhe, atmungsaktivere Kleidung und vielseitigere Geräte. Doch jeder Kauf eines neuen Gadgets oder neuer Kleidung bedeutet auch, dass mehr Ressourcen verbraucht werden.

Eine unglaubliche Masse an Sportbekleidung aus funktionalen Materialien macht darüber hinaus dem Sportler die Wahl des richtigen Kleidungsstücks nicht einfach. Die meisten Sportklamotten bestehen aus Kunstfasern wie Polyester (oder Polyamid) oder Baumwolle.

Beide Materialien sind nicht unproblematisch. Obwohl Baumwolle eine Naturfaser und damit nachwachsend sowie biologisch abbaubar ist, benötigt der Anbau viel Wasser und Pestizide. Polyester hingegen ist synthetisch und wird aus Erdöl gewonnen. Es ist zwar recycelbar aber bei jedem Waschgang werden Mikrofasern freigesetzt. Diese belasten unsere Umwelt belasten und in unsere Nahrungskette gelangen können.

Laut Enrique ist auf diesem Gebiet mehr Forschung notwendig, um Materialien für Sportbekleidung zu entwickeln, die auch wirklich nachhaltig sind. Nachhaltigkeit heißt hier:

  • möglichst aus recycelten Materialien
  • ressourcenschonende und umweltfreundliche Herstellung unter fairen Arbeitsbedingungen
  • kurze Lieferwege
  • Langlebigkeit
  • Null-Mikroplastik und systematische Wiederverwertung.

Wer pflegt, was er schon hat, lebt umweltbewusster. „Wir müssen weg von der Wegwerfmode – Reduziere, repariere und recycle stattdessen lieber deine Sportbekleidung“, appelliert Enrique.

Nachhaltigkeit auch für Fitnessstudios wichtig

Es geht gar nicht darum, ein Fitnessstudio von heute auf morgen auf Klimaneutralität sowie Zero Waste zu trimmen und mit dem erhobenen Zeigefinger auf Moral zu pochen. Doch “es sind viele kleine Maßnahmen und Umstellungen, die von Fitnessstudios ausgehen können, um eine Menge zu bewirken.”

Der erste Schritt dafür ist es, seine Mitglieder für Ökologie, Umwelt- und Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. So können diese zweimal darüber nachdenken, zu einem Kaffee im Pappbecher zu greifen.

Den größten Anteil an anfallenden Müll, beispielsweise im Fitnessstudio, haben Verbrauchsmaterialien, wobei der Löwenanteil aus dem Sanitärbereich stammt.

Toilettenpapier, Papierhandtücher und Co. verursachen natürlich sowohl vom Volumen als auch vom Gewicht her eine große Menge Abfall.

Ein großes Thema im Fitnessstudio ist gerade in der jetzigen Zeit auch Sauberkeit und Hygiene. Die Geräte und das Equipment müssen regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden, die Anforderungen an die Reinigungsmittel sind entsprechend hoch. Doch auch in diesem Bereich bieten verschiedene Hersteller bereits clevere Lösungen an. “Biologisch abbaubare Produkte sind eine umweltfreundlichere Alternative”, sagt Enrique.

Nachhaltigkeit fängt bereits im Kleinen  und bei dir selbst an. Mit nur wenig Aufwand und geringsten Kosten lässt sich schon einiges bewirken. Es gibt unzählige Dinge, die jeder von uns im Alltag tun kann, um seinen ökologischen Fussabdruck zu reduzieren.

3 Regeln für einen nachhaltigeren Sport

  1. Wenig Konsum ist der nachhaltigste Konsum.
  2. Wiederverwenden von Gebrauchtem ist nachhaltiger, als Neues anzuschaffen.
  3. Wenn es etwas Neues sein muss: auf ressourcenschonende und faire Produktionsbedingungen und recycelbare Materialien achten.

Ausblick

Die deutsche Regierung hat sich dazu verpflichtet, bis 2050 klimaneutral zu werden. Bis dahin muss jedoch noch einiges passieren.

Enrique hofft, dass die Fitnessindustrie mehr Verantwortung im Hinblick auf nachhaltigere Alternativen übernimmt. Das fängt bei der Produktion von Sportartikel sowie Energie effizienten Sportstätten an, und hört beim Ausrichten von Sportveranstaltungen auf.

Der Weg hin zu einem sozialverantwortlichen Sportsektor, in dem Sportveranstaltungen, Sportanlagen und Sportartikel umwelt- und menschenfreundlich gemanagt und hergestellt werden, ist nicht immer einfach.

Hierfür leistet Enrique mit seiner Webseite, durch Vorträge und Online-Seminare eine wichtige Arbeit. Damit erreicht und motiviert er Menschen, sich ihrer Gewohnheiten bewusster zu werden und einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit zu leisten – in der Welt des Sports und auch darüber hinaus.

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