WORKOUT

Das erwartet dich bei einem EMS-Training

Jede Woche probieren Mitglieder des Urban Sports Club-Teams eine neue Aktivität aus, damit du genau weißt, was dich dort erwartet. Wir haben viel über die Vorteile von EMS-Training gehört, wollten es aber am eigenen Leibe erfahren. Und das haben wir daraus gelernt:

Lustigerweise habe ich 2017 an der Berlin School of English, die nur eine Straße vom Checkpoint Charlie entfernt liegt, Englisch als Zweitsprache unterrichtet. Mein Klassenraum befand sich genau gegenüber des EMS-Studios Body Street, das meine Aufmerksamkeit während des Unterrichts öfter auf sich zog (ich war wirklich keine besonders gute Lehrerin). Ich sah Menschen durch das Fenster, die komplett schwarz gekleidet und an denen Gurte und Kabel befestigt waren, die an einer kugelsicheren Weste gefestigt waren. Das Seltsamste daran war, dass sie unglaublich langsame Squats machten, mit schmerzverzerrten Gesichtern, als würden sie das Gewicht der Welt auf ihren Schultern tragen. “Wow, die müssen wirklich unfit sein”, dachte ich mir. Und dann fiel mir plötzlich ein, wo ich gerade bin und unterrichtete weiter.

Es ist so lustig, dass ich heute genau hier stehe, hinter demselben Fenster von Body Street, die vermeintlich kugelsichere Weste trage, langsame Squats mache und nach Luft schnappe. Denn jetzt weiß ich, dass EMS für Elektrische Muskelstimulation steht und es sich wie ein Training und gleichzeitig Elektroschocks bekommen anfühlt

Betritt man das Body Street Studio, fühlt man sich, als würde man in die Zukunft reisen. Alles glänzt und ist neu. Sogar die Pflanzen sehen 3D-gedruckt aus. Die Trainer sind stark und kräftig, gute Beispiele dafür, wie effektiv dieses Training ist. Da es meine erste EMS-Session bei Body Street ist, habe ich ein kurzes Gespräch mit Jasar, meinem Trainer. Er fragt mich nach meinem Gesundheitszustand und meinen Fitness-Hintergrund. Doch ich drehe das Gespräch schnell und stelle ihm Fragen. Ich bin neugierig, ob EMS wirklich so effektiv ist, wie alle sagen. Wie fit kann man werden, wenn man 20 Minuten lang langsame Squats macht?

“Es kommt darauf an, was deine Ziele sind”, sagt Jasar. “Beim EMS-Training stärkst du deine Muskeln und verbrennst bis zu 500 Kalorien. Also im Vergleich zu anderen Sportarten ist das viel.” Jasar sagt, wenn man einmal pro Woche EMS-Training macht, entspricht das zwei Stunden im Fitnessstudio. “Es sollte das Fitnessstudio nicht ersetzen”, sagt er. “Doch es ist eine gute Ergänzung.” Er sagt, dass EMS sich hervorragend für Menschen eignet, die nicht superfit sind. So können sie genügend Muskeln aufbauen, um eine regelmäßige Fitnessroutine zu starten. “Mit EMS kannst du Muskeln aufbauen, Fett verbrennen und deinen Körper fit für ein regelmäßiges Fitnesstraining fit machen”, sagt Jasar.

Jasar begann während seinem Studium bei Body Street zu arbeiten. “Ich brauchte einen Ort, um meine gelernte Theorie in die Praxis umzusetzen. Also schaute ich mir EMS an und fand es sofort super – es geht um Kraft und Ausdauer und es passte sehr gut zu meinem Studium.” Inzwischen arbeitet Jasar als Lehrer sowie Personal Trainer und begleitet Menschen bei ihrer Trainingsroutine, während ihre Muskeln an Elektroden angeschlossen sind.

Es ist soweit: Jasar gibt mir ein schwarzes, langärmeliges Top und Radlerhosen. Ich ziehe mich in einer Umkleidekabine um und bin ziemlich aufgeregt. Was wird mich in den nächsten 20 Minuten wohl erwarten? Ich bin fertig und Jasar beginnt damit, eine schwarze Weste mit warmem Wasser zu besprühen. Er befestigt verschiedene Gurte, Gürtel und Schnallen an mir, die alle leicht feucht sind. So wird der Strom besser geleitet.

Sobald ich fertig angezogen und verkabelt bin, führt mich Jasar zu einem der EMS-Ständer und befestigt weitere Gurte, Kabel und Magnete an mir. “Das ist die Ausgangsposition”, sagt Jasar und zeigt mir, wie man in einem tiefen Squat mit erhobenen Armen über dem Kopf steht. “Wir beginnen hier mit fünf Kniebeugen.” Ich folge seiner Anweisung, vorbereitet auf einen heftigen Stromschlag. Aber es passiert nichts. “Ich fühle nichts”, sage ich. “Oh, das wirst du noch”, antwortet Jasar. Er hat ein schadenfrohes Funkeln in den Augen.

“Wir beginnen mit deinen Beinen”, sagt er und drückt einen Knopf an der EMS-Station. Plötzlich spüre ich ein leises Summen um meine Oberschenkel, als ob Dutzende Bienen unter meiner Haut schwirren. Es wird immer stärker, bis beide Beine heftig vibrieren. Dieser Impuls dauert vier Sekunden mit einer Pause von ebenfalls vier Sekunden. Der Bildschirm vor mir zeigt eine grüne Linie während den Pausen und eine rote während der Impulse. “Ist es stark genug?”, fragt Jasar. Ich versuche zu antworten, aber ich kann nicht. Ich bin total verblüfft, wie unangenehm das ist und kann meinen Gesichtsausdruck kaum kontrollieren. 

Als nächstes lässt Jasar meinen Hintern vibrieren. Es fühlt sich an, als würden mich Tausende Nadeln stechen. Zwischen den Stromimpulsen frage ich Jasar, warum alle anderen bei den EMS-Trainings im Gegensatz zu mir noch relativ entspannt aussehen? Wann immer ich während meines Englischunterrichts durch das Fenster schaute, schienen die Leute etwas angestrengt zu sein – aber sahen keineswegs so aus, als würden sie vom Blitz getroffen werden. “Ich weiß nicht”, sagt Jasar. “Vielleicht bist du nur besonders empfindlich.”

Jasar aktiviert die Elektroden auf meinem Bauch, dann am unteren Rücken, am seitlichen und oberen Rücken sowie an den Armen. Dann zeigt er mir einige neue Übungen. Ich hebe ein Bein auf jeder Seite fünfmal langsam auf und ab. Während ich das tue, spüre ich, wie Jasar langsam den Impuls verstärkt, sodass ich mit jeder Übung stärker vibriere. Ich mache Arm Lifts und Lunges und aus irgendeinem Grund fühlt es sich so an, als würden meine Finger abfallen, während ich Crunches mache. “Spann deine Muskeln an, während du dich bewegst”, sagt Jasar. Aber ich habe absolut keine Kontrolle über meine Muskeln. Also nicke ich, verziehe das Gesicht und versuche, bei Bewusstsein zu bleiben.

Ich kann nicht in Worte fassen, wie glücklich ich war, den Countdown der letzten Sekunden meiner EMS Session zu sehen. Als Jasar die Maschine ausstellt, habe ich das Gefühl, dass ich in der Luft schwebe. Aber mein Gehirn erwartet immer noch, dass Stromschläge kommen. Also zucke ich alle vier Sekunden noch ein paar Mal zusammen.

Ich ziehe mich wieder um gleite quasi aus dem Studio nach draußen. Mein Körper fühlt sich geleeartig an. Während ich nach Hause gehe, blicke ich noch einmal zu meinem alten Klassenraum auf und sehe, dass sie alle aufmerksam zuhören und nicht einer zu Body Street hinüberschaut.

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